12: OK Google, spiel "Last Christmas"!

The Easy German Podcast

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Wir feiern Weihnachten, blicken auf das Jahr 2019 zurück, freuen uns über die Easy German Community und streiten uns über Weihnachtslieder. Außerdem beantworten wir, warum wir diesen Podcast überhaupt machen. Frohe Weihnachten!


Transkript und Vokabeln

Vielen, vielen Dank an euch alle, dass ihr uns bereits als Mitglied unterstützt. Dank euch können wir diesen Podcast machen.

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Thema der Woche: Weihnachten & Jahresrückblick


Ausdruck der Woche: Besorgungen machen / etwas erledigen


Das nervt: Weltklimakonferenz COP25


Das ist schön: Easy German Community


Empfehlungen der Woche


Lied der Woche: Stille Nacht, Heilige Nacht


Eure Fragen

  • Ricardo aus Brasilien fragt: Was ist unsere Motivation, den Podcast zu machen?
  • Hast du eine Frage an uns? Auf easygerman.fm kannst du uns schreiben oder uns eine Audio-Datei schicken.


Transkript

Intro

Cari:
[0:15] La la la… Hallo Manuel!

Manuel:
[0:19] Frohe Weihnachten!

Cari:
[0:20] Frohe Weihnachten! Ey willst du auch immer mitsingen, wenn du das Intro hörst? Ich muss mich extra zurückhalten, weil ich will nicht immer so dumm klingen, wenn die Episode anfängt, aber…

Manuel:
[0:30] Cari, du brauchst dich nicht zurückhalten. Du darfst lauthals mitsingen. Es ist dein Podcast. Es ist unser Podcast. Du kannst machen, was du willst!

Cari:
[0:38] Ja, das ist gut, dass du das sagst, weil manchmal denke ich da gar nicht dran. Ich denke immer, das ist dein Podcast und ich bin hier nur zu Gast. [Was?] Und ich soll mich hier nicht daneben benehmen, Manuel.

Manuel:
[0:51] Hier wird sich benommen! Und die Intro-Musik, die auf den Tisch kommt, die wird, da wird zugehört!

Cari:
[0:55] Die wird gehört! Ja. Die Referenz müssen wir kurz erklären. Es gibt in Deutschland den Spruch: "Was auf den Tisch kommt, wird gegessen!" Das heißt, also ich kenn das noch von, aus… früher, als wir mit meinem Opa Mittag gegessen haben, da… "Das, was auf den Tisch kommt, wird gegessen!" Das heißt, wir mussten, auch wenn wir etwas nicht mochten als Kinder, mussten wir das essen. Und immer, wenn wir gesagt haben "das mag ich nicht", dann hieß es immer "früher im Krieg gab es auch keine Auswahl" und damit war die Diskussion erledigt.

Manuel:
[1:29] Beendet.

Cari:
[1:32] Ja, das war ein guter Einstieg, Manuel.

Manuel:
[1:33] Ja, apropos Weihnachten. Wir haben uns was…

Cari:
[1:37] Willkommen zu unserer Weihnachts-Episode! Ist heute unsere große Weihnachts-Show?

Manuel:
[1:41] Heute ist die richtig große Weihnachts-Show und wir haben uns was überlegt, und zwar wollen wir zu Feier des Tages das, unsere… [Hast du ein Geschenk für mich?] Ich habe ein Geschenk für unsere Hörerinnen und Hörer, denn wir wollen diese Episode noch mal das Transkript, das komplette Transkript und die Vokabelhilfe… Die Vokabelhilfe ist das, wo man, wenn man mit einer App uns zuhört, die Kapitelbilder unterstützt, also zum Beispiel "Apple Podcasts" oder "Overcast" oder "Pocket Casts" oder "Podcast Addict", diese ganzen Apps unterstützen das, dann kann man beim Zuhören Vokabeln, die wichtigsten Vokabeln und die englische Übersetzung sehen. Und weil Weihnachten ist, machen wir das noch mal für alle, nicht nur für unsere Mitglieder in dieser Episode und gleichzeitig ist das natürlich auch noch mal eine Aufforderung, eine Bitte an euch alle, dass ihr euch überlegt, ob ihr nicht vielleicht im nächsten Jahr uns unterstützen wollt und das Transkript und die Vokabelhilfe jede Woche bekommen möchtet und uns damit unterstützen möchtet.

Cari:
[2:58] Eine ganz dezente Aufforderung, Manuel. Aber das wäre tatsächlich natürlich ein, für uns, wir haben jetzt gemerkt, durch den Podcast haben wir viele neue Mitglieder bekommen und das freut mich sehr, weil das ist tatsächlich etwas, was uns hilft. Unser, also viele Leute wissen das ja gar nicht. Die fragen dann immer: "Was macht ihr eigentlich beruflich?" Wir machen das hauptberuflich, und zwar aus fast ausschließlich dank unserer Mitglieder. Wir verdienen zwar auch Geld über Google, allerdings könnte damit wahrscheinlich gerade, ja, vielleicht eine Person das machen, was wir machen. Und wir sind mittlerweile ein Team von fünf, sechs Leuten, die an Easy German arbeiten. Und das ist total meine größte Freude gewesen, dass wir jetzt gerade so viele neue Mitglieder bekommen haben, weil das hilft uns fürs nächste Jahr auch tolle, neue Pläne zu machen.

Manuel:
[3:47] Und ich find das auch immer blöd, so mit Werbung und so um Geld bitten und so. Ich finde das auch eher nervig. Aber vielleicht auch noch mal um das ein bisschen zu erklären: Wir haben eine E-Mail bekommen von Oldrich—ich hoffe ich spreche das richtig aus—Oldrich aus Tschechien: "Hallo! Ihr macht wirklich eine tolle Arbeit für uns, die versuchen Deutsch zu lernen. Es würde mich interessieren, wie viel Zeit eine Podcast-Episode in Anspruch nimmt. Vorbereitung, Aufnahme, Schnitt. Es muss viel Arbeit dahinter stecken, oder?" Und das können wir ja einfach mal so offen darlegen und mal offen erklären. Also Vorbereitung…

Cari:
[4:26] Oder wir können mal kurz sagen: Wie viel Zeit kostet es Cari? Ungefähr zwei bis drei Stunden, zwei Stunden. Und wie viel Zeit kostet es Manuel?

Manuel:
[4:35] Ja, im Moment tatsächlich so zwischen, ja, eigentlich so um die zwanzig Stunden in der Woche. [Pro Woche] Also für eine Episode. Und das ist natürlich toll, denn ich liebe das und ich mache das gerne. Und wir werden bald auch Unterstützung haben ein bisschen noch, für die Transkribierung und für die Vokabelhilfe, das nimmt nämlich sehr viel Arbeit in Anspruch, aber das ist der Grund, warum wir auf diese Mitglieder angewiesen sind. Weil sonst könnten wir das gar nicht alles machen.

Cari:
[5:05] Und ich finde es übrigens auch besser, also ich mag dieses System mehr, dass wir Mitglieder haben, als dass wir jede Woche… Also viele so "Influencer" nennt man die ja, die Leute, die irgendwie so einen YouTube-Kanal haben oder was auf Instagram machen, die finanzieren sich ja ausschließlich durch Werbung und ich habe nicht, also grundsätzlich kein Problem damit, Werbung zu machen, aber ich habe gar keine Lust, ständig irgendwelche Produkte zu bewerben, die ich, mit denen ich nichts zu tun habe, also…

Manuel:
[5:35] Kaufen Sie jetzt eine Matratze!

Cari:
[5:37] Ja, ich hätte da wirklich… und wir kriegen mittlerweile viele Anfragen von Leuten, die uns schreiben: "Ja macht doch mal das! Geht doch mal dahin! Oder zeigt doch mal, stellt doch mal dieses Produkt vor!" Und wahrscheinlich könnten wir damit wirklich viel Geld verdienen, wenn wir das machen würden, aber ich hasse das einfach. Ich will nicht… Also ich kann mir gut vorstellen in der Zukunft, wenn wir mal Werbung machen würden für, ich habe auch schon mal aktiv haben wir schon mal die Deutsche Bahn angefragt, für die würde ich gerne Werbung machen. [Was?] Weil ich mit der Bahn fahre!

Manuel:
[6:07] Ja, ich möchte trotzdem kritisch über die Bahn berichten.

Cari:
[6:09] Ok, das kannst du ja gerne später machen. Aber ich denke, das wäre eine tolle Idee gewesen, wenn die Bahn uns einfach mal zwei—es gibt ja die BahnCard 100—gesponsert hätte. Und wir fahren damit durch Deutschland, wir nehmen Videos auf. Das hilft unserem Projekt. Das kostet der (die) Bahn nichts und macht kostenlose Publicity. Aber wollten die nicht. Dafür waren die einfach, das war einfach, keine Ahnung.

Manuel:
[6:32] Ja. Dafür ist es am Ende immer noch die Bahn.

Cari:
[6:35] Ja. Das war echt doof. Also dann habe ich mich mal angeboten mal was zu machen.

Manuel:
[6:41] Du wolltest deine Seele verkaufen an den Kapitalismus.

Cari:
[6:42] Ich wollte mal freiwillig Werbung machen für ein Produkt, was ich gut finde.

Manuel:
[6:48] Und was kommt zurück? Nichts.

Cari:
[6:51] Ja. Und dafür kriegen wir jetzt Anfragen irgendwie von Energy Drinks oder so. Keine Ahnung. Trinke ich nicht. Will ich nicht. Und natürlich mache ich dann keine Werbung, deswegen finde ich's viel cooler, wenn wir einfach Mitglieder haben und dann sind wir quasi… Also wir machen das nur für die Menschen, die uns mögen. Und unsere Mitglieder mögen uns noch am allermeisten. Also die, die ich treffe, sind die, die irgendwie richtig, ja, denen das, was wir machen, so sehr gefällt, dass sie uns dafür etwas zurückgeben möchten und das freut mich. Das ist doch die schönste, das schönste Verhältnis, was man haben kann, zu den Menschen, die einem folgen und die das gut finden, was man macht. [Absolut.] Also danke an alle Mitglieder. Ihr habt uns ein sehr schönes Weihnachtsfest bereitet, ohne dass ihr das vielleicht wisst, wie viel uns das bedeutet.

Manuel:
[7:41] Ja. Und wir wollen ja auch gar nicht… es ist gar nicht so eine reine Transaktion, du zahlst und dafür kriegst du Transkript und Vokabelhilfe, sondern es ist ja auch eine Community und wir haben schon und werden auch noch viel öfter auch unsere Mitglieder fragen: Worüber wollt ihr denn, dass wir reden? Und das ist ja auch eine Form des Dialogs und das finde ich eigentlich das Schöne.

Cari:
[8:02] Wir haben auch ein Forum, das sehr aktiv ist. Wir haben ja auch unsere WhatsApp-Gruppen, die sehr aktiv sind. Gerade im Forum, also es gibt, es sind nicht alle… die meisten Mitglieder sind nicht im Forum aktiv. Aber viele Mitglieder sind dort aktiv und Isi ist dort auch sehr aktiv als Sprachpartnerin und Moderatorin und da ist richtig viel los jede Woche. Musst du mal reingucken, Manuel, in unser Forum.

Manuel:
[8:26] Da bin ich definitiv dabei.

Cari:
[8:28] Cool. Haben wir jetzt schon die Frage beantwortet von Oldrich? Zwanzig Stunden.

Manuel:
[8:31] Ach so, ja. Also Oldrich. Also Vorbereitung so halbe bis ganze Stunde pro Person. Aufnahme meistens zwei Stunden und dann muss ich es runter schneiden auf eine Stunde. Und Schnitt, der Schnitt für eine Episode dauert ungefähr fünf bis sechs Stunden tatsächlich, aber das könnte auch daran liegen, dass ich langsam bin. Und die Vokabelhilfe und das Transkript dauert so zwischen acht und zehn Stunden. Und am Ende sind es so knapp zwanzig Stunden. [Geil.] Geil.

Cari:
[9:06] Ich hab gleich auch noch eine E-Mail, die ich vorlesen will. Ich freue mich schon darauf. [Ja lies vor!] Wir haben noch eine andere. Willst du die auch vorlesen?

Manuel:
[9:10] Nee, die ist zu lang.

Cari:
[9:14] Ok. Also. Und zwar heute Nacht kam eine E-Mail von, wie, von Gerard… Gerard.

Manuel:
[9:22] Oder Gérard.

Cari:
[9:23] Gérard oder Gerard. Ich weiß es nicht. Aber es klingt wie ein englischer Nachname, deswegen sag ich mal Gerard. Und er schreibt… das Subject heißt "Google". Und er schreibt: "Hallo Cari und Manuel. I recently discovered your podcast and really enjoy being able to follow your discussions auf Deutsch in my car. But I have to mention that when you say 'Google' in a conversation, the Android Auto "Assistant" in the car wakes up hearing the G-word, pausing the podcast while it waits for instructions. Alles Gute!" Das finde ich so witzig, Gerard, dass ich sagen würde an dieser Stelle: OK Google, play "ABBA - Dancing Queen".

Manuel:
[10:07] Und für alle Apple-Nutzer würde ich nochmal hinterherwerfen: Hey Siri, play "Never Gonna Give You Up"! Oh nein, mein Siri. Scheiße. Habe ich mich selbst gerickrollt.

Cari:
[10:23] Ja, das Geile ist, ich habe hier eine ganze Playlist vorbereitet für Gerard und ich glaube, wir werden heute ein bisschen Spaß haben in der Sendung und alle Leute, die auch irgendwie Google und Siri auf "automatisch zuhören" haben in ihrem Auto, die haben heute noch Spaß.

Manuel:
[10:41] Podcast Trolling.

Cari:
[10:42] Podcast Trolling. Das gilt ja nur für die Leute, die unseren Podcast laut hören. Bei denen funktioniert das.

Manuel:
[10:48] Ja, aber mittlerweile hören auch viele Leute so zu Hause in der Küche über ihren HomePod oder über ihr Google Alexa oder wie die alle heißen, oder von Amazon ist das glaube ich. Da kann man schon ordentlich trollen.

Cari:
[10:59] Leute, ich… schickt uns doch bitte mal eine E-Mail, wenn ihr jetzt gerade ABBA gehört habt! Und die Leute, die das Lied bis zum Ende gehört haben, und jetzt auch gute Laune haben, wie ich—ich hab nämlich schon die ganze Zeit einen Ohrwurm von dem Lied—die dürfen mir mal die E-Mail schreiben, da würde ich mich sehr drüber freuen.

Thema der Woche: Weihnachten & Jahresrückblick

Manuel:
[11:20] Ich hab zwei, ich hab eigentlich zwei Themen der Woche. [Wie zwei?] Ja zwei… die gehören aber so ein bisschen zusammen. Und zwar das erste Thema der Woche ist "Weihnachten". Denn heute ist Weihnachten. Also heute ist nicht Weihnachten, aber an dem Tag, an dem diese Episode rauskommt, ist Weihnachten.

Cari:
[11:35] Muss ich dann abschalten, wenn ich die nicht an Weihnachten höre, jetzt? Muss ich dann jetzt den Podcast ausschalten?

Manuel:
[11:40] Ja. Diese Episode darf nur an Weihnachten… Wir sollten vielleicht erstmal auch nochmal darüber nachdenken, oder ich denke gerade laut darüber nach, dass sehr viele unserer Hörerinnen und Hörer wahrscheinlich gar kein Weihnachten feiern. [Ja.] Was ist überhaupt Weihnachten? Nein, Weihnachten weiß man, was das ist, ne? Selbst wenn man aus einem…

Cari:
[12:02] Ja klar. Es ist zwar interessant… Ich glaube es wäre einfach interessant zu erzählen, was wir an Weihnachten machen oder wie wir Weihnachten feiern. Weil das ist ja auch in allen Ländern anders. Und dass jede Kultur, jedes Land und jede Religion irgendwie Feiertage hat, an denen die Familie zusammenkommt und gemeinsam feiert… Also wenn man sich mal unterhält über die verschiedenen Feiertage in unterschiedlichen Kulturen, die sind ja doch alle sehr ähnlich. Im Kern geht es darum, die Familie kommt zusammen und man sieht sich ein-, zweimal im Jahr. Man isst wahnsinnig viel. Es gibt Geschenke, in manchen Kulturen mehr, in manchen weniger und das, und man ist zusammen. Und das ist der Kern von Weihnachten und der Kern vom Ramadan und der Kern vom, von anderen Feiertagen auch, würde ich mal so grob sagen. Man hat natürlich noch ein paar andere Ausrichtungen und andere Sachen, die man noch macht.

Manuel:
[12:58] Ja. Also ich dachte immer, Weihnachten wäre, so viel shoppen wie möglich.

Cari:
[13:03] Ach so, ja?

Manuel:
[13:04] Und dann direkt nach Weihnachten… Das hab ich zum Beispiel noch nie verstanden, in Deutschland. Ich hab ja lange auch im Einzelhandel gearbeitet, also in einem Geschäft. Und zwischen Weihnachten und Silvester sind ja normale Tage, wo die Geschäfte auf haben, und da gehen so viele Leute shoppen. Da sind die Einkaufszentren und die Einkaufsstraßen so voll, wie sonst nie im ganzen Jahr. Und ich verstehe das nicht. Ich denk doch: Hä? Weihnachten ist doch jetzt vorbei, alle haben ihre Geschenke bekommen. Wieso muss man jetzt nochmal, nochmal shoppen gehen?

Cari:
[13:40] Ja erstens, weil die Leute Zeit haben. Zweitens haben die Leute Sachen geschenkt bekommen, die sie gar nicht haben wollen und jetzt umtauschen. Und viele Leute… wir haben ja auch oft Geld geschenkt bekommen zu Weihnachten und dann kannst du shoppen gehen, ne?

Manuel:
[13:57] Ja, verstehe. Mir persönlich geht es so wie dir: Es ist ein Fest, wo man ein bisschen Zeit mit der Familie verbringt, vielleicht einfach mal nichts macht, einfach mal zusammensitzt im Wohnzimmer und liest oder einen Film gemeinsam schaut, gut isst. Das bedeutet für mich Weihnachten.

Cari:
[14:17] OK Google, play "Last Christmas"!

Manuel:
[14:24] Bitte nicht!

Cari:
[14:25] Gerard wird das so bereuen, dass er uns diese E-Mail geschrieben hat. Der Arme. Das tut mir jetzt schon leid, aber es ist einfach, es ist einfach zu witzig, die Geschichte.

Manuel:
[14:35] Okay. Also zurück zum Thema. Was war denn das Weihnachtsgeschenk… Also für mich, mittlerweile bedeuten mir Weihnachtsgeschenke nichts mehr und ich möchte eigentlich auch keine Geschenke bekommen zu Weihnachten oder höchstens was ganz Kleines aber als…

Cari:
[14:50] Garnichts?

Manuel:
[14:52] Nee, ist mir nicht so wichtig. Aber als Kind war das natürlich das Highlight des Jahres. Ja, also, da hat man ja schon sich einen Monat vorher auf Weihnachten gefreut. Und mich würde mal interessieren: Was war das tollste Weihnachtsgeschenk, was du als Kind je bekommen hast? Also was ist so ein Weihnachtsgeschenk, was dir immer noch in Erinnerung geblieben ist?

Cari:
[15:13] Ach Manuel, weißt du? Schon als Kind haben mir materielle Dinge nicht so viel bedeutet. Ich… oh, ich muss mal nachdenken. Da gab's wahrscheinlich viele Dinge, an die ich mich nicht so genau erinnere. Aber so, dass ich so eine Sache hatte, wo ich mich wahnsinnig drauf gefreut habe? Oder, also so, dass ich das jetzt noch weiß? Meine Eltern, die könnten das wahrscheinlich sofort beantworten, die Frage. Soll ich die mal anrufen?

Manuel:
[15:43] Ja, ruf mal an! [Ja?] Ja klar.

Cari:
[15:47] Okay, ich ruf mal meine Mutter an. Piept. Die machen wahrscheinlich Besorgungen.

Caris Mama:
[16:00] Hi Süße!

Cari:
[16:01] Hallo Mama! Ich nehme gerade mit Manuel unseren Podcast auf und er hat mich gefragt, über welches Weihnachtsgeschenk ich mich als Kind am meisten gefreut habe. Und ich erinnere mich nicht daran. Erinnerst du dich, welches Weihnachtsgeschenk war ich am aufgeregtesten und habe ich mich am allermeisten gefreut?

Caris Mama:
[16:20] Das kann ich so spontan auch nicht sagen.

Cari:
[16:22] Okay, dann sag eins, über das ich mich sehr gefreut habe!

Caris Mama:
[16:25] Also du hast immer… Keine Ahnung, nimm doch irgendwie was, so eine, DUPLO, irgendwas zum Bauen oder hier so eine, du hast viel so Jugendspiele, die Garage… oder hier: Carrera-Bahn!

Manuel:
[16:40] Ja! Oh mein Gott!

Cari:
[16:41] Die Carrera-Bahn. Manuel ruft "ja". Das hat er… hast du das auch gehabt, Manuel?

Manuel:
[16:46] Das war… Ich stehe in den Startlöchern, dir von meiner Carrera-Bahn zu erzählen und dann sagt deine Mutter "Carrera-Bahn". Wie geil!

Cari:
[16:52] Ok, ok. [Suchst du jetzt noch ein anders?] Nee, das ist ja gut, dass wir beide das Gleiche haben. Ich hab mich da ganz, ich hab das ganz vergessen, dass ich die hatte, aber, wie alt war ich da?

Caris Mama:
[17:03] Keine Ahnung. Warte, ich frag Papa. Da warst du elf, zwölf. Ali! Ali? Wie alt war Carina, als sie die Carrera-Bahn kriegte? Carina ist da dran. Wie alt ist, war Carina, als sie die Carrera-Bahn kriegte? Ungefähr zwölf? Oder acht? [Weiß ich auch nicht mehr.] Weißt du auch nicht mehr. Aber was, wann? Ja, die macht gerade eine Sendung. Über Kindergeschenke, zu Weihnachten. Wie aufregend Weihnachten war.

Cari:
[17:35] Ja gut, macht ja nichts, Mama.

Caris Mama:
[17:37] Zehn Jahre? [Zehn Jahre.] Oder älter? Guck am besten auf den Karton, da steht das immer drauf!

Cari:
[17:41] Ja den habe ich ja noch! Okay Mama, ich ruf dich später nochmal an, ja?

Caris Mama:
[17:46] Okay, ich gehe jetzt erst einkaufen. [Jo! Tschüssi!] Alles klar. Schöne Grüße an Manuel. Bis dann. Ciao!

Cari:
[17:52] Mach ich. Ciao! [Tschüss.] So, schöne Grüße von meiner Mama. [Ja danke.] Was sagst du?

Manuel:
[17:58] Das ist echt krass, weil witzigerweise, Carrera-Bahn, also eine Carrera-Bahn ist ein… Carrera kennt man wahrscheinlich auch in anderen Ländern, ne? Das ist so eine Rennbahn mit kleinen Autos, die darauf immer im Kreis fahren und man hat so eine kleine Fernsteuerung und dann kann man Autorennen fahren auf dem Fußboden.

Cari:
[18:19] Ich guck mal kurz, wo das herkommt. Das ist doch auf jeden Fall keine deutsche Firma. Das ist doch…

Manuel:
[18:22] Nee, nee, das glaube ich auch nicht. Und ich wollte, glaube ich, über fünf oder sechs Jahre immer nur Carrera-Bahnen. Und ich habe auch jedes Jahr eine Carrera-Bahn bekommen, die ist dann immer kaputt gegangen, im Laufe des Jahres.

Cari:
[18:34] Wie? Jedes Jahr eine neue?

Manuel:
[18:36] Ja, die ist immer kaputt gegangen. Die war immer spätestens im März, April war die kaputt und dann sind, ist ein halbes Jahr vergangen, also dann war wieder Weihnachten und ich wollte wieder eine Carrera-Bahn.

Cari:
[18:47] Okay, pass auf! Wikipedia: "Carrera ist eine Marke, die durch den bayerischen Spielzeughersteller Neuhierl in Fürth aufgebaut wurde und unter der seit den frühen 1960er Jahren spurgebundene Autorennbahnen verkauft wurden. In Deutschland wird "Carrera-Bahn" Synonym für Autorennbahn verwendet. Ahja, siehst du mal an. Ich dachte immer, das wäre kein deutsches Produkt, weil das ist ja kein deutscher Name, "Carrera".

Manuel:
[19:13] Doch ist Deutsch. Also, alle Eltern, die uns zuhören, die jetzt noch ein Geschenk brauchen—wobei, das wäre wirklich knapp—aber Carrera-Bahn ist unser Tipp. Aber weißt du was?

Cari:
[19:23] Ich hab mich verschluckt. Ey…

Manuel:
[19:26] Geht's dir gut?

Cari:
[19:26] Mir geht's gut. Ich guck gerade, die gibt's immer noch. Seit den Sechzigern.

Manuel:
[19:31] Ja klar! Es ist einfach geil.

Cari:
[19:33] Aber spielen das… Heutzutage gibt es doch irgendwie iPads und irgendwie Fortnight.

Manuel:
[19:39] Ja nd Drohnen. Ich frage mich nämlich auch, ich habe ja mittlerweile eine Drohne…

Cari:
[19:42] Wer spielt denn da noch Carrera-Bahn?

Manuel:
[19:44] Ja. Also wenn ich jetzt Kind wär, ich würde mir auf jeden Fall eine Drohne wünschen.

Cari:
[19:47] Mit zehn.

Manuel:
[19:49] Ja. Drohnen sind natürlich teurer als Carrera-Bahnen.

Cari:
[19:52] Ja und auch ein bisschen gefährlicher, ne? Also…

Manuel:
[19:55] Das stimmt.

Cari:
[19:56] Ich weiß nicht, ob ich mein zehnjähriges Kind mit einer Drohne im Garten rumfliegen lassen würde.

Manuel:
[20:00] Ja, das hast du Recht. Okay, nächste Frage: Gab es in eurer Familie, also hast du als Kind an den Weihnachtsmann geglaubt oder an das Christkind oder an was ganz anders?

Cari:
[20:15] An das Christkind. Und das ist interessant. Ich hab das erst letztens herausgefunden, dass das unabhängig, nee, abhängig von der Region ist in Deutschland an was man glaubt. Das Christkind ist wohl etwas, was man in Süddeutschland hat nur. Und der Weihnachtsmann… Wieso gibt es denn überhaupt beides in Deutschland?

Manuel:
[20:34] Ja, das ist ganz komisch. Also der Weihnachtsmann ist so ähnlich wie Santa Claus, aber eigentlich auch nicht das Gleiche. Oder? Es ist so eine Abwandlung. Ja, doch. Es ist schon sehr ähnlich wie Santa Claus in den USA zum Beispiel. Aber das Christkind ist wirklich etwas, was es… Jetzt recherchiere ich gerade live. Es ist eine protestantische Tradition, allerdings überwiegend heutzutage in katholischen Gegenden verbreitet, vor allem in Süd- und Westdeutschland. Ok, wir kommen aus Westdeutschland und da macht es Sinn. Aber auch noch in einigen anderen Ländern: Luxemburg, Österreich, Ungarn, Tschechien. Und das Christkind, ja, weiß ich gar nicht so genau. Das ist so eine Art Engel und wir haben eben als Kinder daran geglaubt, dass, während wir sozusagen auf Heilig Abend warten, also am 24. Dezember, da ist Heilig Abend. Und in Deutschland ist die Bescherung abends.

Cari:
[21:34] Was ist denn das Wort "Bescherung"?

Manuel:
[21:36] "Bescherung" bedeutet, es gibt Geschenke. Man darf zum Baum rennen und die Geschenke aufreißen.

Cari:
[21:43] Okay, pass auf! Und ich hab das gerade mal recherchiert, ja? Also es gibt halt, das… Hier wird so ein bisschen beschrieben. Es gibt… das Christkind, ist nämlich keine Idee des Mittelalters oder der Zeit davor. Und dann steht hier: "Das änderte sich im 16. Jahrhundert mit Martin Luther, der im Zuge der Reformation die Heiligenverehrung beseitigen wollte. Der Heilige Nikolaus passte nicht ins neue Weltbild der Protestanten. Stattdessen sollte Gott selber wieder mehr in den Fokus rücken. So ersetzte Luther den Nikolaus kurzerhand durch den 'Heiligen Christ', also Jesus, der Gestalt annimmt als Säugling in der Krippe." Deswegen ein Kind. Das ist eigentlich das kleine Jesuskind, das in einer Engelsform erscheint.

Manuel:
[22:31] Aha, Jesus bringt die Geschenke. Das war mir gar nicht bewusst als Kind, dass das Jesus ist.

Cari:
[22:36] Ja, das Christkind sieht meistens aus wie so ein, wie ein Mädchen, wie ein Engel.

Manuel:
[22:40] Ja gut. Aber der Nikolaus ist ja eigentlich noch mal was anderes. Weil der Nikolaus, den gibt's ja auch in Deutschland und der kommt aber schon am 6. Dezember. Und der bringt einem nur was Kleines. Also ich hab meistens nur ein Buch bekommen und Schokolade.

Cari:
[22:56] Ja. Hier steht auch, dass es dann beides gab. Also die Katholiken haben an den Heiligen Nikolaus geglaubt und die Protestanten an das Christkind. Die Katholiken haben dann aber auch das Christkind übernommen und deswegen… Die wollten halt einfach mehrfach feiern, ne? Und das ist ja auch so. Als Kind haben wir uns immer schon auf Nikolaus gefreut, da gab es immer schon ein kleines Geschenk. Dann gab es ja den Adventskalender, das heißt jeden Tag bis Weihnachten im Dezember bekommt man auch eine kleine Süßigkeit oder so. Und am 24., da geht's dann richtig los.

Manuel:
[23:26] Da ist dann die Bescherung. Und da—um das jetzt nochmal zusammenzufassen—habe ich als Kind daran geglaubt, dass das Wohnzimmer, wo jetzt die Tür zu ist und ich unter keinen Umständen rein darf, dass da jetzt gerade das Christkind drin ist und die Geschenke dort hinlegt.

Cari:
[23:45] Ja. Und bei uns war das immer noch so, dass… Mein Vater hat dann so eine Glocke geläutet und wir mussten dann immer in unserem Zimmer sitzen und warten, bis es geklingelt hat. Weil wenn es geklingelt hat, heißt das, das Christkind hat zum Abschied nochmal geklingelt, damit wir wissen, dass es da war. Und dann sind alle runter gerast und gerannt. Bei uns ist es immer sehr gesittet, sehr ordentlich zugegangen, Manuel.

Manuel:
[24:13] Okay. Hast du noch Anekdoten zum Thema Weihnachten? Sonst würde ich gerne schon zum zweiten Thema der Woche.

Cari:
[24:20] Wie, es gibt noch ein Thema? [Ja.] Ja, okay.

Manuel:
[24:21] Und zwar, das andere Thema ist der große Jahresrückblick, denn zwischen Weihnachten und Silvester schauen die Leute auf das Jahr zurück. Also zumindest gibt es in Deutschland viele Fernsehshows, die nochmal alles so zusammenfassen und so, was so passiert ist. Kennst du, ne? [Ja.] Und ein Jahresrückblick, den ich tatsächlich irgendwie feiere und irgendwie gut finde und mag, ist Google Trends. Und mach das jetzt bitte nicht auf, denn ich möchte dich ein paar, ich möchte dir ein paar Fragen stellen. Also, Google gibt jedes Jahr einen Report sozusagen heraus, was so die häufigsten Suchbegriffe waren des Jahres, in jedem Land. Also es ist auch ganz interessant, mal zu schauen, was war so angesagt in welchem Land?

Cari:
[25:13] Oh, ich freue mich schon, das ist aufregend.

Manuel:
[25:15] Genau. Also es gibt hier, ich sag einfach mal die meist… die größten Suchbegriffe des Jahres zum Beispiel: Auf Nummer eins in Deutschland ist Rebecca Reusch. Das es eigentlich traurig, denn das ist ein Mädchen was verschwunden ist, glaube ich, und was auch nicht aufgetaucht ist bis jetzt. Also es ist eine Vermisste. Auf Platz zwei: Notre Dame. Warum? Ich sag immer was und du sagst, warum das so oft gegoogelt wurde. Okay? Also Notre Dame?

Cari:
[25:41] Ach so ja. Hat gebrannt. Ist eine Kirche.

Manuel:
[25:44] Auf Platz drei: Handball-WM.

Cari:
[25:48] Keine Ahnung, guck ich nicht.

Manuel:
[25:50] Auf Platz vier: Karl Lagerfeld.

Cari:
[25:54] Ja, der ist gestorben.

Manuel:
[25:56] Der ist gestorben. Ist ein berühmter Mode…

Cari:
[25:59] Modedesigner. Kennt doch jeder, glaube ich.

Manuel:
[26:00] Ja. Dann noch was Trauriges. Viele davon sind ein bisschen traurig. "Julen."

Cari:
[26:08] Ah, das ist dieses Kind in Spanien, das in diesen Schacht gefallen ist, glaube ich.

Manuel:
[26:10] Ja, genau und gestorben ist. Zwei Jahre alt. Das sind so die Nummer, Top-Fünf Suchbegriffe, aber jetzt…

Cari:
[26:17] Aber das verstehe ich gar nicht. Wieso googeln denn die Leute?

Manuel:
[26:21] Na, die wollen wissen, was da passiert, denke ich, ne? Aber jetzt, das eigentliche Spiel ist so: Und zwar gibt es eine Kategorie "Was-Fragen". Also was sind Was-Fragen, die die Menschen gegoogelt haben. Und ich werde dir jetzt diese Was-Fragen vorlesen und du sagst mir die Antwort. Okay? Es ist quasi ein Quiz, ob du die Rolle von Google übernehmen könntest.

Cari:
[26:44] Okay, ja, okay.

Manuel:
[26:46] Also du darfst nicht googeln! Du musst natürlich das aus dem Stehgreif sagen.

Cari:
[26:50] Und du sagst mir jetzt die Fragen, die am häufigsten gestellt wurden?

Manuel:
[26:53] Ich sag die Fragen, die die Leute am häufigsten gegoogelt haben, genau. [Oh Gott.] Nummer eins: "Was ist Artikel 13?"

Cari:
[27:01] Oh. Das ist interessant, weil da geht es darum, ein EU… uff! Ein EU-Gesetz und da geht es darum, was man, quasi, was automatisch, Sachen, die glaube ich automatisch geblockt werden sollen beim Hochladen und viele Leute haben dagegen protestiert. Also viele, sage ich mal, Internet-affine Leute, weil das Internet damit zu stark reglementiert und kontrolliert wird. Und interessanterweise hat, ist das so ein Thema, was viele junge Menschen auf die Straße gebracht hat. Viele Leute, gerade in Deutschland, haben dagegen protestiert. Und auch wegen der Proteste haben die Leute dann angefangen, sich überhaupt damit zu beschäftigen, was das ist und haben das gegoogelt.

Manuel:
[27:49] Okay, Nummer zwei: "Was ist Brexit?"

Cari:
[27:54] Ja. Das ist interessant, weil das glaube ich in der Nacht oder an dem Tag, an dem der Brexit entschieden wurde, war das das meistgegoogelte Wort in Großbritannien, richtig?

Manuel:
[28:04] Das ist traurig.

Cari:
[28:05] Und das ist das Interessante, dass viele Leute erst nach der Entscheidung gegoogelt haben, was das eigentlich heißt. Sehr traurig. Sollte man vielleicht mal vorher gucken, aber.

Manuel:
[28:18] Bitte erst informieren, dann wählen!

Cari:
[28:20] Gut, jetzt gab es ja die zweite Wahl und jetzt wissen wir, die Leute haben ja wenigstens, also jetzt haben sie sich ja bewusst dafür entschieden was sie vorher dann gegoogelt haben.

Manuel:
[28:28] Ja. "Was ist eine Geisha?"

Cari:
[28:33] Ah, interessant! Wieso wurde das dieses Jahr gegoogelt?

Manuel:
[28:36] Das frage ich mich auch. Interessanterweise haben wir, als wir zusammen in Japan waren, eine Geisha gesehen. Eine echte Geisha. Das war ziemlich krass.

Cari:
[28:43] Aufregend! Ja und das war interessant, weil da sind dann ganz viele Leute hinterher gerannt, wie so ein Star. Ja die sind ja auch wie Stars, ne? Also…

Manuel:
[28:52] Ja, ja. Und es gibt nicht mehr so viele auch in Japan und deswegen. Aber warum das dieses Jahr gegoogelt wurde, weiß ich ehrlich gesagt auch nicht. "Was ist Area 51?" Nicht googeln!

Cari:
[29:06] Ja, das ist dieses, in den USA, so ein Sperrgebiet, wo irgendwie geforscht wird, oder? Zu Raumfahrt-Sachen. Und es gibt viele Verschwörungstheorien, die darum ranken, dass es dort angeblich Aliens gibt, die dort, die gefunden wurden und dort, mit denen wird da irgendwas gemacht. Aber wieso wurde das dieses Jahr gegoogelt?

Manuel:
[29:31] Weißt du das nicht? Hast du das nicht mitbekommen? [Nee.] Es gab eine Facebook-Gruppe, die sich genannt hat "Storm Area 51" und da haben sich über eine Million Leute verabredet, die einfach zu überlaufen. Also einfach, die haben einfach gesagt: "Wir sind eine Million Leute…

Cari:
[29:47] Im Ernst?

Manuel:
[29:48] …die können uns gar nicht aufhalten. Wir rennen da einfach alle gemeinsam rein und schauen, ob, wo die Aliens sind und schauen was…"

Cari:
[29:54] Und dann?

Manuel:
[29:56] Ja, die wollten halt… Weil es gibt ja diese Verschwörungstheorien, wie du schon gesagt hast.

Cari:
[29:58] Ja, aber sind die da reingegangen?

Manuel:
[30:01] Nein, die haben es nicht gemacht. Und ich glaube, es gab auch Androhungen, dass man das notfalls mit militärischer Gewalt verteidigen würde.

Cari:
[30:11] Ja, du kannst ja nicht irgendwie mit einer Million Leute eine Militärbasis überfallen. Also…

Manuel:
[30:16] Naja. Kannst du schon.

Cari:
[30:18] Das Internet kommt auf dumme Ideen manchmal, ne?

Manuel:
[30:22] Also ich fand die Idee gar nicht so schlecht, muss ich ehrlich sagen. Also ich bin sonst nicht so ein Facebook-Freund, aber das fand ich schon mal irgendwie ganz gut.

Cari:
[30:28] Sind das jetzt alles deutsche…?

Manuel:
[30:30] Das ist alles aus Deutschland.

Cari:
[30:30] Sind das die Top-Fragen in Deutschland von 2019, die wir jetzt gerade besprechen?

Manuel:
[30:35] Ja, in den USA muss man das nicht googeln. Da weiß man, was das ist. Das sind die deutschen… die Top "Was-Fragen" aus Deutschland.

Cari:
[30:42] Nee, aber trotzdem spannend, dass die… Da war ja jetzt gerade mal, also da waren jetzt zwei Themen bei, sag ich mal, die Deutschland betreffen, ne? Der Rest war irgendwie…

Manuel:
[30:51] Ja, okay. Aber wir machen noch, ein paar habe ich noch: "Was heißt SUV?"

Cari:
[30:54] Ah, interessant, dass das die Leute googeln, ja. Also ich weiß gar nicht, was das… also wofür das Akronym steht.

Manuel:
[31:06] Ja, tipp mal!

Cari:
[31:08] "Super unnötiges Vehikel."

Manuel:
[31:11] Ja, fast richtig! Also "Vehicle" ist schon mal richtig. Das ist ein "Sport Utility Vehicle".

Cari:
[31:16] Ahja, Sport Utility. Das ist ein richtig guter Name für dieses Ding.

Manuel:
[31:23] Aber ich finde "Super unnützes Vehikel" eigentlich nochmal besser.

Cari:
[31:26] Das ist nämlich wirklich… "Sport Utility" ist doch also schon der Inbegriff von "unnütz". Also meistens ist es doch… also das sind doch Leute, die in Autos rumfahren, die angeblich Geländewagen sind, also sportliche Autos, aber die fahren damit meistens in der Stadt rum. Die fahren ja nicht… Und die Leute, die wirklich… Wir sind ja oft mal irgendwie in Namibia oder so unterwegs, wo Leute wirklich auf Farmen leben und man wirklich mal durch tiefes Wasser fahren muss und über unwegsames Gelände, über Steine, über Schotter, da kann man, mit so einem europäischen oder amerikanischen SUV fährt man da ja gar nicht her. Da bleibt man ja selber stecken.

Manuel:
[32:13] Ja. Der Grund warum das so viel gegoogelt wird: Es gibt in Deutschland eine Debatte um diese Fahrzeuge, denn… Also der, mittlerweile der Großteil oder ein sehr, sehr großer Teil aller Neuzulassungen von Autos—also alle neuen Autos, die gekauft werden in Deutschland [und registriert]—sind diese SUVs. Und die, das wird natürlich von vielen Menschen sehr kritisch gesehen, denn diese SUVs verbrauchen unglaublich viel Energie, unglaublich viel—wie nennt man das?—Sprit [Benzin] und Benzin und natürlich auch Platz. Und sie sind statistisch gesehen auch viel unsicherer. Das heißt wenn Unfälle passieren, zum Beispiel mit Fahrradfahrern oder Fußgängern, dann ist die Gefahr, dass jemand stirbt oder verletzt wird, viel höher. Und trotzdem lieben die Deutschen diese riesigen Monster-Autos jetzt mittlerweile. Und deswegen…

Cari:
[33:07] Völlig unnötig. Und wenn du dann, in den, weiß ich nicht… wenn du mal in Los Angeles oder so rumfährst. Es gibt ja schon das Vorurteil, dass da, dass die Amerikaner in so dicken Karren rumfahren, in so dicken Autos und das ist ja wirklich so. Wir haben Autos gesehen, ich habe Autos gesehen in Los Angeles, da steigst du mit einer Leiter ein. Die sind so groß, du kommst da ja gar nicht… Das ist wie ein Truck. Und das, da fährst du nur zum Spaß mit rum. Du fährst damit ja jetzt nicht in die Wüste und machst da irgendwie, du brauchst ja keinen Allradantrieb, um, keine Ahnung, da irgendwie in den Bergen rumzufahren. Die Leute fahren damit irgendwie in der Stadt rum. Und in Berlin gab es auch einen großen Unfall in diesem Jahr [Ah, stimmt!], der viel diskutiert wurde. Und zwar hat ein Mann, ich glaube, einen epileptischen Anfall gehabt am Steuer und ist dann mit einem… ich weiß nicht welches Auto, aber ich glaube, auch so ein, also es war ein SUV, ein großes Auto. Das Auto ist quasi alleine weitergefahren. Er konnte das Auto nicht kontrollieren und es sind dabei mehrere Menschen gestorben, hier direkt bei uns um die Ecke. Und da, deswegen wurde auch diskutiert, weil, ja, wenn der jetzt ein normales Auto gehabt hätte… Der ist auf dem Bürgersteig gefahren und da waren sogar so Poller, so Stäbe, so Metallstäbe in der Straße, die normalerweise den Gehweg beschützen. Und das Auto hat die einfach überfahren und dann Menschen auch überfahren und das war einfach ein wahnsinnig tragischer Unfall in Deutschland.

Manuel:
[34:32] Ja. Ja, das stimmt. Und zu dem Thema "große Autos in Amerika": Ich schick dir mal kurz ein Foto und poste das auch in die Show Notes—als ich vor ein paar Jahren in Kalifornien war—von einem Auto, das stand da so auf dem Parkplatz. An einem ganz normalen Parkplatz.

Cari:
[34:47] Ja genau. Das meine ich mit "du brauchst eine Leiter zum Einsteigen". Die Tür ist ja höher als du. Also da ist ja, der Spiegel ist über deinem Kopf!

Manuel:
[34:56] Ja. Ja, ist unglaublich.

Cari:
[34:58] Ja, ich meine, ich kann mir schon vorstellen, dass sowas… Das sieht natürlich toll aus. Das sieht aus wie ein Spielzeugauto, mit dem du gerne irgendwie zu Hause als Spielzeugauto rumfährst, aber es ist einfach unnötig. Also wenn das dein Lebensinhalt ist… Tut mir jetzt leid für alle Leute, die uns jetzt in einem SUV zuhören und natürlich gibt es Länder… Wir sind da auch vielleicht ein bisschen arrogant, weil wir sind jetzt in Berlin nicht darauf angewiesen, mit dem Auto zu fahren, und das ist in anderen Ländern natürlich anders. Wenn du jeden Morgen eine Stunde mit dem Auto zur Arbeit fahren musst, dann kauft man sich vielleicht auch ein Auto, das ein bisschen bequem ist und das ein bisschen Platz hat. Das verstehe ich schon.

Manuel:
[35:37] Ja. Und es gibt auch Leute, die haben—das habe ich auch gehört—die haben einfach wahnsinnige Angst beim Autofahren und fühlen sich in so einem großen Auto, wo man höher sitzt, sicherer. Okay, verstehe ich auch. Es gibt mit Sicherheit Gründe, so ein Auto zu kaufen. Aber dass irgendwie mittlerweile der Großteil der Menschen in Deutschland sich so ein Auto kaufen möchte oder es auch tut, das ist mit Sicherheit nicht nötig. Also das ist einfach Quatsch und ja. Okay, zwei Fragen habe ich noch: "Was kostet ein Eurofighter?"

Cari:
[36:10] Ach ja! Das ist ja interessant. Eurofighter ist ein deutsches, nee, ein europäischer Kampfjet. Und wieso wurde das gegoogelt?

Manuel:
[36:20] Weiß ich ehrlich gesagt auch nicht. Weil wir welche kaufen. Weil wir achtzehn Stück kaufen. Kann das sein? Nee, Österreich.

Cari:
[36:26] Kaufen oder herstellen?

Manuel:
[36:28] Herstellen. Ich weiß es nicht. Ich bin, ich… Keine Ahnung, Cari. Aber sag doch mal! Was kostet denn ein Eurofighter? Was glaubst du?

Cari:
[36:35] Keine Ahnung. Weiß ich nicht.

Manuel:
[36:38] Na sag mal!

Cari:
[36:40] Die werden ja handgemacht, ne?

Manuel:
[36:44] Nein, da gibt's eine Fabrik.

Cari:
[36:44] Es gibt ja, aber es gibt ja nicht so viele davon. Da wird jedes einzeln per Hand zusammengeschraubt. Ich weiß es nicht. Ich hab keine Ahnung. Ich kann jetzt irgendeine Zahl sagen, die überhaupt nicht realistisch ist. [Sag irgendeine Zahl!] Ja okay, was kostet denn das teuerste Auto, das es gibt?

Manuel:
[37:03] Das weiß ich doch nicht.

Cari:
[37:04] Und was… Keine Ahnung. Also sagen wir mal 500 Millionen.

Manuel:
[37:10] Nee, so teuer ist es nicht. Ist ein Schnäppchen: 62,8 Millionen netto. Dann kommt noch Mehrwertsteuer dazu.

Cari:
[37:19] Ah, das ist ja billo! Ein billo… Den kauf ich mir auch mal und dann schön übers Wohngebiet ballern mit dem Eurofighter. Und wieso wurde das gegoogelt?

Manuel:
[37:32] Ja, das, ich, keine Ahnung. Ich habe mich nicht so gut vorbereitet. Es war irgendwie ein Thema in den Nachrichten.

Cari:
[37:37] Ok, machen wir mal weiter.

Manuel:
[37:38] Ok. Es gibt noch eine ganze Sektion, die ist, die heißt "Wie-Fragen". Das sind alles Fragen, die mit "wie" anfangen. Die gehen wir jetzt nicht auch noch alle durch. Ich frag dich nur eine davon, Nummer zehn, und mal schauen, ob du die Antwort ungefähr weißt. "Wie lange lebt eine Biene?"

Cari:
[37:54] Oh. Ein Jahr oder zwei. Ein Jahr.

Manuel:
[37:59] Nee, also: "Das Leben einer Arbeiterin in einem Bienenstaat ist nicht von allzu langer Dauer geprägt. Die Sommerbiene bringt es auf etwa fünfunddreißig Tage. Die Winterbiene kann bis zu neun Monate alt werden." Na gut, dann warst du nicht so falsch.

Cari:
[38:17] Die Arme! Ja, für die ist wahrscheinlich jedes, jeder Tag so lang wie für uns ein Jahr. Wir reden auch Quatsch. Wir reden auch viel Quatsch heute. Das gefällt mir zu Weihnachten.

Manuel:
[38:29] Wir gehen mal zum nächsten Segment würde ich vorschlagen. Oder hast du noch was zum Jahresrückblick oder zu Weihnachten?

Cari:
[38:34] Nee. Mach mal weiter! [Okay.]

Ausdruck der Woche: Besorgungen machen / etwas erledigen

Cari:
[38:42] Also ich habe mich gestern mit Jeremy unterhalten, der fliegt jetzt morgen zurück in die USA und feiert da Weihnachten mit seiner Familie. Und im Englischen gibt es diesen Ausdruck "running errands", den ich auch erst vor, weiß ich nicht, ein, zwei Jahren gelernt habe, weil, ja, wenn man nicht so im Alltag lebt in einem englischsprachigen Land, kennt man den Ausdruck nicht. Und dann habe ich immer gedacht, das klingt irgendwie komisch für mich. So hä? Man rennt, man läuft irgendwie, um irgendwelche Sachen. Aber es macht ja Sinn. Man läuft, um irgendwelche Sachen zu holen. Und im Deutschen gibt es dafür auch einen Ausdruck und der heißt "Besorgungen machen". Und dann habe ich heute nachgedacht, dass das eigentlich auch ein witziger Ausdruck ist, weil "etwas besorgen" heißt im Prinzip das Gleiche wie "running errands". Ich besorge etwas, was ich benötige und ich kaufe das, ich hole das. "Besorgen" heißt, ja, ein anderes Wort ist vielleicht "beschaffen". Und dann nimmt man aber das Substantiv davon, "eine Besorgung" und sagt: "Ich mache Besorgungen." Und das ist irgendwie eine komische Art. Ich finde das ist ein komischer Ausdruck. Hast du da schon mal drüber nachgedacht?

Manuel:
[39:54] Nee, ich hab da noch nie drüber nachgedacht, aber du hast Recht. Es ist ein bisschen seltsam, aber irgendwie auch nicht, weil man besorgt etwas.

Cari:
[40:03] Ja, aber wieso, diesen Substantiv davon? "Eine Besorgung" ist ein komisches Substantiv, von dem Verb. Und "Besorgung", okay, auf Englisch heißt auch "errand".

Manuel:
[40:13] Aber ehrlich gesagt, ich benutze das nicht so oft. Ich sag eher: "Ich muss noch was erledigen."

Cari:
[40:18] Richtig. Und das war mein zweiter Ausdruck, der dazu passt. Also wenn man mal in Deutsch was, so darüber sprechen möchte, dass man noch etwas zu tun hat, was machen will, was kaufen muss, etwas holen muss, dann kann man sagen: "Ich mache Besorgungen." Das ist aber etwas, das ist eher schon so eine richtige Tätigkeit. Ich, um, ja… Mein Vater würde das sagen, wenn er so den ganzen Morgen unterwegs ist und verschiedene Dinge erledigt. Und auf Deutsch sagt man auch: "Dinge erledigen." Also: "Ich muss noch etwas erledigen." Wenn du jetzt zum Beispiel… Wenn ich jetzt zum Beispiel dir sage: "Manuel, können wir eine halbe Stunde später anfangen? Ich muss noch was erledigen." Dann würde ich, glaube ich, das Wort "erledigen" benutzen. Und man kann auch dann das Partizip davon benutzen, "erledigt". Also wenn ich zum Beispiel sage, du sagst mir gleich: "Cari, kannst du die Datei in unsere Dropbox laden von unserem Podcast?" Und dann schreib, kann ich zurückschreiben: "Erledigt." Also so wie: "Done." ["Done."] Genau. Und das ist, glaube ich, sind praktische Begriffe, die man in der Weihnachtszeit benutzen kann. Heute mal was Praktisches.

Das nervt: Weltklimakonferenz COP25

Cari:
[41:34] Manuel, ich treffe viele Menschen, die unseren Podcast hören und mögen. Und die meisten Leute mögen "Das nervt" am meisten, also als Lieblingskategorie, weil Leute gern, offensichtlich gerne zuhören, wie zwei Deutsche sich aufregen.

Manuel:
[41:49] Das ist schön. Und ich reg mich tatsächlich wirklich auf. Und diesmal ist es nicht irgendwie nur so Pillepalle, so "ich musste für mein Leitungswasser bezahlen". Diesmal ist es was, was mich richtig wütend macht. Was mich richtig nervt. Und das ist, dass die Weltgemeinschaft nichts macht, was den Klimawandel betrifft. Es war gerade die Weltklimakonferenz in Madrid, die COP25. Seit fucking fünfundzwanzig Jahren gibt es diese…

Cari:
[42:24] Moment mal, hast du da gerade das F-Wort benutzt? Pfui, Manuel.

Manuel:
[42:26] …Konferenz. Seit fünfundzwanzig Jahren treffen sich die Länder und die Staaten und reden darüber und wissen was passiert. Und wissen, dass es einen Klimawandel gibt und wir etwas tun müssen, um ihn aufzuhalten oder zu verlangsamen. Und jetzt treffen sie sich und es ist in aller Munde, alle sprechen darüber. Greta Thunberg ist "Person des Jahres". Und die Wissenschaftler rechnen vor, Zitat Tagesschau, dass wir "noch acht Jahre haben für ein 'weiter wie bisher', bis die Atmosphäre so viel CO2 enthält, dass die Erderwärmung 1,5°C überschreitet". Acht Jahre! Und 1,5°C ist eine Katastrophe unheimlichen Ausmaßes. Wir können uns das nicht vorstellen, was passiert, wenn die Erde sich über 1,5°C überschreitet. Es wird Hungerskatastrophen geben, es wird nicht mehr genug Essen geben, es wird Fluten geben, es wird Trockenheiten geben. Es ist unglaublich. Wir haben acht Jahre Zeit, um das vielleicht eventuell mit viel Glück noch verlangsamen oder aufhalten zu können. Und die treffen sich in Madrid und sagen: "Nee, nee, ja, nee. Haben wir leider keinen Kompromiss gefunden." What the fuck?

Cari:
[43:43] Ja aber jetzt bleib mal… jetzt zügel mal deine Sprache hier, Manuel. Wenn ich mich da kurz einklinken darf. Du hast gesagt, das kann sich niemand vorstellen. Und ich genau, glaube genau, das ist das Problem. Und viele, die jetzt gerade zuhören, die denken vielleicht auch: "Ey, ich will jetzt Weihnachten feiern, jetzt nerv mich nicht schon wieder mit Klimawandel!" Und das Problem ist wirklich, die Menschen können sich nicht vorstellen, was passiert und das ist bei vielen Katastrophen so.

Manuel:
[44:09] Ja, aber trotzdem, ich denke die Menschen, die sich da treffen und die Wissenschaftler, die da reden, die können sich das schon vorstellen. Die Fakten sind auf dem Tisch. Die wissen was passiert. Und trotzdem stellen sie, was weiß ich, wirtschaftliche Interesse(n) und politische Interessen und, ja, ihre eigenen Interessen über das Wohl der gesamten Menschheit. Und das macht mich wirklich wütend. [Ja.] Ja. Okay. Sorry, es ist Weihnachten. Ich halte mich jetzt wieder zurück.

Das ist schön: Die Easy German Community

Cari:
[44:43] Hach, ist das schön. Jetzt müssen wir erstmal hier wieder die Stimmung einfangen. Wieder…

Manuel:
[44:49] Ja, dafür bist du zuständig.

Cari:
[44:52] Ich habe wirklich was Schönes erlebt. Und zwar gestern Abend hatten wir in Berlin unser Easy German und Seedlang Meetup. Wir haben, einmal im Monat treffen wir uns und laden alle Menschen ein, die und gucken, uns mögen, unsere App benutzen, unseren Podcast hören. Und das Tolle war, dass wir dort wirklich viele verschiedene Menschen getroffen haben und auch immer treffen. Das ist bei jedem Meetup ist das immer so schön. Da sind Menschen aus aller Welt, aus allen Altersgruppen und die auch mit allen möglichen Geschichten nach Berlin kommen. Und ich erzähle einfach mal so ein, zwei Leute, die ich gestern kennengelernt habe: Da war zum Beispiel José. Der ist Zahnarzt, aus Peru, hat in Lima eine Praxis. Und der hat sich jetzt gedacht: "Ich mach jetzt mal… Ich hatte schon immer, ich mochte schon immer die deutsche Sprache, ich lerne Deutsch. Ich mach jetzt mal für zwei Monate meine Praxis zu und fahre nach Deutschland und besuche dort meinen alten Freund in Berlin und hat hier einfach für zwei Monate einen Sprachkurs gemacht. Super cool. Dann war da Sara. Die hat uns auch schonmal eine E-Mail geschrieben. Die hat uns nämlich beim Meetup in San Francisco getroffen zusammen mit ihrem Freund und das war vor drei Jahren. Und das Tolle ist, wir haben uns gestern wiedergesehen, ich hab sie erst nicht erkannt, aber dann hat sie mir von einer Konversation erzählt, die wir hatten. Und zwar haben sie und ihr Freund… Das war ungefähr ein oder zwei Wochen vor der Wahl in den USA, also Ende Oktober 2016 war das. Und wir haben natürlich die ganze Zeit mit den Amerikanern über Trump geredet. Und wer wird die Wahl gewinnen? Und alle Amerikaner, die wir getroffen haben, haben gesagt: "Ja, Trump wird nicht gewinnen, der hat keine Chance." Und die beiden waren besonders… Die haben das, die haben uns quasi ausgerechnet, dass es… Also die haben uns das Wahlsystem erklärt und haben gesagt, "es ist mathematisch unmöglich, dass Trump gewinnt". Und gestern haben sie mich getroffen und meinten so: "Ja, erinnerst du dich an uns? Wir haben dir gesagt, dass es mathematisch unmöglich ist, dass Trump gewinnt." Und sie haben sich natürlich total geschämt für ihre Aussage. Und es war so witzig, weil wir einfach zusammen so gelacht haben. Natürlich mit aus auch einem traurigen, ironisch traurigen Grund, weil jetzt haben wir den Salat. Auch ein schöner deutscher Ausdruck. "Jetzt haben wir den Salat" ist so etwas wie: Jetzt ist das Problem da. Und wir können nichts mehr machen. Aber, ja, damals haben wir uns darüber getroffen (unterhalten). Dann war da noch ein sehr netter Chinese namens Felix, der in Karlsruhe studiert hat und jetzt einen Monat durch Deutschland reist und dann nach Shenzhen zurückgeht und dort einen tollen Job annimmt in einer Tech-Firma und der gerne auch, ja, eine eigene App entwickeln möchte. Ein sehr netter Ire namens Gory oder Rory. Und wir sind uns uneinig darüber. Er heißt nämlich bei Facebook Gory, aber er hat mir gesagt, dass er eigentlich Rory heißt. Und Jeremy hat später gesagt, dass es umgekehrt ist. Und deswegen, Gory oder Rory, schreib mir doch gerne nochmal, wie ist dein richtiger Name? Er hat aber mir erzählt, dass er den Podcast sehr mag und die, meine Empfehlungen der Woche auch immer ihm sehr gefallen haben. [Ach sehr gut.] Sich sehr gefreut hat. Ein sehr netter, junger Mann. Und jetzt kam der Hammer. Du kennst ja Jeremy, ja?

Manuel:
[48:33] Ja sicher. [Jeremy hat…] Jeremy macht die App "Seedlang".

Cari:
[48:35] Jeremy macht die App "Seedlang", hat die gegründet und darüber haben wir uns angefreundet und wir sind jetzt sehr, sehr gute Freunde seit ungefähr drei Jahren. So und dann, der… Jeremy heißt "Jeremy Smith". Also mein, unser Jeremy heißt "Jeremy Smith", ist ein Amerikaner, lebt in Berlin und hat eben die App Seedlang gegründet und ist ein Softwareentwickler. Und jetzt war gestern bei dem Meetup ein junger Mann, der heißt Jeremy Smith, ist ein Amerikaner, der in Berlin lebt und Softwareentwickler ist.

Manuel:
[49:05] Oh mein Gott.

Cari:
[49:08] Und ich hab so… Wir haben den ganzen Abend… Das war natürlich der Running Gag bei der Veranstaltung. Wir haben immer wieder die beiden verwechselt oder immer wieder irgendwelche Witze gemacht. Irgendwann habe ich sie genannt "Jeremy 1" und "Jeremy 2". Das hat aber Jeremy 2 nicht so gefallen, weil er will natürlich nicht die Nummer Zwei sein. Es war sehr witzig. Und wenn einer von den beiden zuhört oder vielleicht beide, liebe Grüße an die Jeremy Smiths. Das ist einfach so witzig, das ist einfach, keine Ahnung. Ich hab noch nie in meinem Leben eine Carina Schmid getroffen. Du schonmal einen Manuel Salmann?

Manuel:
[49:49] Nein.

Cari:
[49:51] Ja. Also die meinten beide, sie hätten auch beide schon mal einen anderen Jeremy Smith auch getroffen. Der Name ist natürlich jetzt in den USA auch eher geläufig, aber, ja. Also für den zweiten Jeremy Smith, den, den ich nicht so gut kenne, war der Jeremy Smith, den ich kenne, der dritte Jeremy Smith, den er getroffen hat.

Manuel:
[50:13] Inception!

Empfehlungen der Woche

Manuel:
[50:21] Ich habe eine ganz kurze App-Empfehlung. Wobei, jetzt fällt mir gerade ein, die gibt es glaube ich nur auf iPhone und Mac. Das ist jetzt doof, weil ganz viele Leute das gar nicht benutzen. Ich sag's trotzdem. Man kann nämlich auch eine andere App benutzen. Die app ist "Day One". Das ist eine App zum Tagebuchschreiben, zum Journalen. Aber ehrlich gesagt ist meine eigentliche Empfehlung gar nicht so sehr die App, sondern mehr, dass man es tut. Dass man jeden Tag ein kurzes, also ich nenne das bei mir "Morning Journal" schreibt. Also ich schreibe immer morgens quasi als allererstes alles, was mir noch so im Kopf ist und was sich an den Gedanken und Ideen habe und was am letzten Tag passiert ist. Und mein spezifischer Tipp für Leute, die Deutsch lernen oder generell eine andere Sprache lernen, ist, dass sie jeden Tag hundert Wörter auf Deutsch sprechen (schreiben). Das ist super wenig. Aber wenn man das jeden Tag macht… und man kann zum Beispiel einfach ein Tagebuch schreiben, also einfach hundert Wörter: Was habe ich gestern gemacht? Und das dann von jemand anderem korrigieren lassen—also wenn sie zum Beispiel einen Tandempartner haben—korrigieren lassen. Und so zwingt man sich dazu, nicht nur Deutsch zu hören und zu lesen und zu konsumieren, sondern auch wirklich jeden Morgen aktiv etwas zu produzieren, zu schreiben. Und wenn man es dann noch korrigieren lässt, dann wird einem schnell klar, welche Fehler man immer wieder macht und dann wird man besser. Das ist meine Empfehlung.

Cari:
[51:52] Ein guter Tipp. Aber das kann ich dann auch in einer anderen App machen?

Manuel:
[51:55] Kann man auch in einer anderen App, genau.

Cari:
[51:57] Da fällt mir ein, wir waren, wir hatten letzte Woche Weihnachtsfeier bei uns im Büro. Und dann sind Janusz und Jeremy zusammen nach Hause gefahren in der U-Bahn. Und Janusz ist am nächsten Tag aufgewacht und meinte: "Verdammt, ich war betrunken. Ich habe Jeremy genervt in der U-Bahn." Dann meinte ich so: "Ja wie denn?" "Ja, ich habe die ganze Zeit über Day One geredet und über mein Tagebuch."

Manuel:
[52:22] Ja, ich habe Janusz nämlich damit angesteckt. Ich hab ihm das schon vor einem Jahr oder so empfohlen und er ist mittlerweile auch großer Day One Fan, ja.

Cari:
[52:26] Genau. Er ist so ein großer Fan, er benutzt das den ganzen Tag. Sein ganzes Leben ist geordnet in dieser App. Er schreibt sein ganzes Essen auf. Er schreibt auf, wie viel Kalorien etwas hat, was er wann gekocht hat. Sein ganzes Leben existiert in dieser App. Und davon hat er wohl Jeremy sehr ausführlich berichtet. Und am nächsten Morgen hat er das dann bereut und…

Manuel:
[52:51] Jeremy, ich möchte mich entschuldigen dafür, was ich da angerichtet habe mit dieser Empfehlung.

Cari:
[52:55] Der fand das allerdings sehr witzig und hat gerne zugehört. Er meinte so… Was hat er nochmal gesagt? Er meinte: "Ja, solange es um Software geht, höre ich gerne zu."

Manuel:
[53:07] Okay, was hast du mitgebracht?

Cari:
[53:10] Ja, Manuel. Ich werde in die die Empfehlung der Woche heute eine Song-Empfehlung einschleichen. Weil ich bin ja heute nicht dran mit dem Lied der Woche. Und deswegen möchte ich dir und uns und euch allen einen Song empfehlen, den ich die Tage gehört habe, als ich melancholisch und auch, ich gebe zu, ich hatte schon etwas getrunken. Und wenn man dann ein melancholisches Lied hört, dann wird man manchmal sehr traurig. Und das ist aber dann auch schön, weil das auch eine schöne Art ist, seine Emotionen rauszulassen. Und zwar gibt es ein Lied von Trettmann. Trettmann ist ein toller deutscher Künstler.

Manuel:
[53:50] Ja, du hast schon mal ein Lied von Trettmann empfohlen.

Cari:
[53:51] Hip Hop Künstler. Wir waren diese Woche auf einem Konzert. Es war sehr schön. Und ich glaube, es war am Abend des Konzerts, dann sind wir nach Hause kommen und ich habe noch ein paar Lieder gehört und dann lief dieses Lied und das heißt "Geh ran". Und in dem Lied geht es darum, also es geht um einen Freund von ihm, der gestorben ist und der jetzt nicht mehr ans Telefon geht, weil er nicht mehr da ist. Und er redet über diesen Freund und so ein, man erfährt so ein bisschen über das Leben, das, von ihm, das nicht einfach war. Und das ist eigentlich eine ganz, weiß ich nicht, ein ganz, also ganz unspektakulärer Nachruf auf einen guten alten Freund, der einfach nicht mehr da ist. Und der ist aber so… so ein schönes Lied. Ich kann mir das gar nicht immer anhören. Ich bin einer von diesen Menschen, die so schnell emotionalisiert werden durch Filme oder durch Musik und ich weine dann auch, wenn ich mal, wenn ich was höre oder sehe, was mir nahe geht. Ich weiß nicht, ob du das machst? Janusz macht das auch manchmal. Wenn Janusz einen Film sieht, der traurig ist, dann weint er und ich tue das auch.

Manuel:
[54:57] Ja. Ich tue das auch. [Ja?] Ja.

Lied der Woche: Stille Nacht, Heilige Nacht

Manuel:
[55:03] Okay, dann kommt meine Lied-Empfehlung und die ist nicht traurig, sondern eher lustig, beziehungsweise punkig. Und zwar gibt es eine berühmte deutsche Band namens…

Cari:
[55:15] Schon wieder Die Ärzte?

Manuel:
[55:17] Nee, die andere diesmal. Und zwar Die Toten Hosen. Die hatten wir glaube ich noch nicht. Die haben wir noch nicht erwähnt, aber tatsächlich, Die Ärzte und Die Toten Hosen sind ja so die beiden ganz großen Punkbands, die es in Deutschland gab. [Der Achtziger.] Genau, der Achtziger. Die sind so beide in den Achtzigern entstanden, relativ simultan muss man sagen. Und ja. Und wir werden sicher noch auch mal ein Lied von den Toten Hosen empfehlen. Aber als ich ein Kind war, 1998, haben sie ein Lied, beziehungsweise ein Album rausgebracht, unter einem anderen Namen. Und zwar haben sie das nicht rausgebracht als "Die Toten Hosen", sondern unter dem Namen "Die Roten Rosen". Und dieses Album hieß "Wir warten aufs Christkind" und war ein Weihnachtsalbum, in dem sie ein paar eigene Weihnachtslieder auch geschrieben haben, zum Beispiel "Weihnachtsmann vom Dach" war so ein Lied, was damals sehr bekannt war, das hatten sie selbst geschrieben. Und vor allen Dingen haben sie aber viele bekannte und berühmte Weihnachtslieder gecovert und natürlich Punk-Versionen draus gemacht. Und ich empfehle diese Woche… Also ich habe das als Kind geliebt. Ich habe das rauf und runter gehört in der Weihnachtszeit, sehr zum Leid meiner Mutter und meiner Großeltern, die das dann mithören mussten. Und ich empfehle das ganze Album, wenn man Spaß an sowas hat, wenn man Punk gerne mag. Und insbesondere das Lied "Stille Nacht, Heilige Nacht" ist ja sehr bekannt, nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt. Das wurde ja auch übersetzt in viele Sprachen. Und die Punk Version von den Roten Rosen von diesem Lied, die werde ich mal verlinken und das ist mein Lied der Woche.

Cari:
[57:09] Aber du hörst das jetzt nicht immer noch, oder?

Manuel:
[57:12] Ich höre es tatsächlich… es ist so ein bisschen meine persönliche Tradition, dass ich, [Ich hör das jetzt mal.] dass ich in den Tagen vor Weihnachten dieses Album nochmal höre. [Oh Gott.] Weil für mich ist es mittlerweile auch… Ich würde wahrscheinlich, wenn sie das Album heute rausbringen würden, würde ich es nicht mehr gut finden. Aber es ist so, also ich werde da total nostalgisch. Weißt du, ich hab das als Kind so oft gehört, dass ich mich total zurückversetzt fühle in meine Kindheit, wenn ich dieses Album höre.

Cari:
[57:38] Also ich will dir nicht zu nahe treten, Manuel. [Ja?] Aber ich finde eine Punkband, die Weihnachtssongs covert, das ist echt das, das ist ganz schlimm. Ich kann das mir nicht anhören. Und ich kann das gar nicht mit gutem Gewissen unserem Zuhörern empfehlen.

Manuel:
[57:54] Ja, ich glaube auch ehrlich gesagt, dass die meisten Leute das nicht hören möchten. Hör dir trotzdem dann zumindest das Lied "Weihnachtsmann vom Dach" auf diesem Lied (Album), was sie selbst geschrieben haben. Das ist auch ein trauriges Lied. Aber das… Aber ganz ehrlich, es ist für mich so ein Nostalgie-Ding und wenn man sagt, das ist wirklich ein furchtbares Album, dann würde ich sogar sagen: "Ja, wahrscheinlich habt ihr Recht." Aber ich höre es trotzdem gerne und es hat was mit Weihnachten zu tun und wenn ich es nicht jetzt empfohlen hätte, hätte ich ein Jahr warten müssen und deswegen empfehle ich es jetzt.

Cari:
[58:22] OK Google, spiel "Die Roten Rosen"! Gerard, bist du noch da? Wir möchten gerne ein Feedback von dir hören, wie du diese Episode gefunden hast. Hattest du viel Spaß oder hast du den Podcast ausgeschaltet, nachdem ABBA gelaufen ist bei dir im Auto?

Eure Fragen

Manuel:
[58:47] Mal wieder ein Ricardo aus Brasilien.

Cari:
[58:50] Wie? Hatten wir schon mehrere Ricardos?

Manuel:
[58:52] Ich glaube schon. Ich glaube, wir hatten schon mindestens einen.

Cari:
[58:55] Guck mal, das war eine schöne Alliteration: Mehrere Ricardos. Hatten wir schon mehrere Ricardos, Manuel?

Manuel:
[59:03] Ist das eine Alliteration, wirklich?

Cari:
[59:06] Ich glaube. Wenn du so einmal den gleichen Buchstaben genau oft hintereinander hast.

Manuel:
[59:11] Achso. Okay, ich spiele dir mal seine Frage vor.

Ricardo:
[59:14] Was motiviert euch diesen Podcast zu machen, beziehungsweise aufzunehmen? Ist das das Geld oder ist das eigentlich das Feedback von uns, weil dann man fühlt sich ein bisschen geschätzt? Oder ist das eine Anerkennung zu bekommen und später zu sagen, "hey, ich habe so einen Podcast gemacht und es war sehr interessant und jetzt darf ich was anderes machen" zum Beispiel? Also die Frage ist wirklich: Was motiviert euch, diesen Podcast zu machen? Für uns, zum Hören ist das super. Aber ich wollte auch von euch verstehen. Vielen, vielen Dank und bis dann!

Cari:
[59:56] Sehr schöne Frage von Ricardo.

Manuel:
[59:59] Ja. Was ist deine Motivation? Warum machen wir das hier überhaupt? Das interessiert mich nämlich wirklich, was deine Motivation ist.

Cari:
[1:00:04:1:] Ja, das ist cool. Erzähle ich dir gleich. Meine Motivation ist: Sobald der Podcast losgeht, regnet es Geld hier im Büro.

Manuel:
[1:00:12:1:] Ja. Das wäre schön.

Cari:
[1:00:15:1:] Aber das finde ich… Das Coole ist: Ich war gar nicht, ich war gar nicht so sicher, ob ich das… also als wir das gemacht haben, meine einzige, also meine wichtigste Motivation warst du eigentlich. Weil du warst davon so überzeugt und du wolltest das machen. Und ich finde das einfach ganz toll, wenn Leute irgendwie so eine Motivation haben. Weil das ist ja der gleiche Grund, warum wir Easy German angefangen haben. Du machst was, weil du denkst, das ist ein gutes Projekt und das ist etwas, was dich glücklich macht. Und ich glaube, dass die Leute das auch merken bei unseren Videos und bei dem Podcast. Und natürlich… Also Geld ist keine Motivation glaube ich für irgendeinen von uns, sowas machen. Das kann gar keine Motivation sein, weil du brauchst erstmal Jahre, bis du damit überhaupt Geld verdienst. Geld ist höchstens irgendwann, ja, auch keine Motivation, sondern der Grund warum du das weitermachst. Weil tatsächlich, wenn wir nicht damit Geld verdienen würden, dann könnten wir keine Videos produzieren und auch den Podcast irgendwann nicht mehr machen. Und deswegen ist das schon wichtig, dass wir Geld verdienen und das ist auch wichtig, dass wir unsere Zuhörer und Zuschauer aufrufen, ein Mitglied zu werden. Weil ohne das ginge, gäbe es das nicht. Also wenn ich mir vorstelle, dass wir jetzt noch einen anderen Beruf machen würden, ich kann ja nicht die Videos am Wochenende produzieren oder noch abends, von acht bis elf Uhr. Das geht nicht. Aber die Grundmotivation ist immer, dass du etwas machst, worauf du Lust hast. Und du hattest Lust darauf, das zu machen und aus irgendeinem Grund hattest du auch Lust, das mit mir zu machen. Oder vielleicht war ich gerade die, die irgendwie da verfügbar war. Und jetzt mittlerweile macht mir das so einen Spaß, zu quatschen. Ich habe richtig, die ganze Woche denke ich schon über Themen nach, die wir besprechen könnten. Und ich glaube, dass wir gerade auch eine ganz gute Konstellation sind, weil wir uns gut verstehen, auf vielen Sachen auf einer Wellenlänge sind, aber uns eben auch nicht so gut kennen, dass wir schon alles übereinander wissen und schon alles sowieso den ganzen Tag quatschen. Es macht mir einfach Spaß, mit dir zu quatschen und ich glaube, dass viele Menschen darüber auch einen Zugang finden können zur deutschen Kultur, zur deutschen Sprache, indem sie einfach, ja, zwei Deutschen zuhören, wie sie Dinge beschreiben.

Manuel:
[1:02:37:1:] Ja. Ja, ich kann da nicht viel zu hinzufügen. Ich kann sagen, meine Motivation… Es gibt eigentlich zwei Motivationen, die ich hatte und habe. Die erste ist, dass ich einfach, ich wollte einfach unbedingt einen Podcast gründen. Also wenn du jetzt gesagt hättest: "Nein. Ich habe keine Zeit und wir brauchen nicht auch noch einen Podcast." [Machen wir nicht.] Hätte ich trotzdem irgendeinen Podcast wahrscheinlich gegründet, weil ich einfach… Ich liebe dieses Medium. Ich höre unglaublich viele Podcasts. Und es ist mittlerweile so einfach einen Podcast zu gründen. Und ich finde, wenn man was zu sagen hat, dann, also dann soll man einen Podcast gründen oder einen Blog schreiben oder einen YouTube Channel starten. Also ich finde, jeder—das ist doch das Tolle am Internet jetzt—dass jeder das einfach machen kann. Und ich habe einfach… ich hab das Gefühl, ich habe Dinge, die ich auch gerne einfach sagen möchte und wenn das dann noch jemand hört, umso besser. Und das ist so meine erste Motivation. Mir macht es einfach Spaß, mich einmal die Woche hinzusetzen mit dir und über die Sachen zu reden… Wir reden ja eigentlich nur über die Sachen, über die wir reden wollen. Das ist ja das Geniale, dass wir das selbst entscheiden können. Und das andere eben, warum ich dich gefragt habe und warum ich das so toll finde, dass wir das jetzt machen, ist, dass ich einfach ganz stark das Gefühl hatte: Das ist eine Idee, die kann hilfreich sein. Es gibt gute Deutschlern-Podcasts schon, aber ich hatte halt auch nochmal so meine eigenen Ideen, wie die Sache mit der Vokabelhilfe, was einfach niemand anderes bis jetzt macht. Und auch so von den Themen und ich hatte einfach das Gefühl, es ist eine gute Idee und dann sollten wir sie machen. Und das ist meine Motivation. Es macht mich einfach glücklich, dass es das gibt, so. Dass wir das gemacht haben und dass wir das machen und dass es dieses Projekt gibt. Das macht mich einfach aus Prinzip glücklich.

Cari:
[1:04:33:1:] Das freut mich total. Und du hast doch gesagt, dass man etwas zu sagen hat. Das finde ich auch interessant, weil wir können in dem Podcast ganz anders reden als in den Videos. Und was mich in den Videos manchmal… na, es stört mich nicht, weil ich verstehe das Medium YouTube mittlerweile auch ganz gut. Aber es ist schon so, dass ich mich bei YouTube, wir erwarten eine bestimmte Reaktion und wir müssen uns auch ein bisschen anpassen an das Medium. Und zum Beispiel Meinungen zu besprechen oder auch politische Meinungen zu sagen… Ich muss mich da immer selbst zensieren, wenn ich bei YouTube bin. Weil ich muss immer damit rechnen, dass Sachen falsch verstanden werden, dass die falschen Leute da reinkommen und dann irgendwie, ja, Kommentare schreiben. Natürlich soll theoretisch jeder zuhören, aber es ist mittlerweile so: Wenn ich ein Video mache zur Wahl in Deutschland oder zu Donald Trump oder zu, was weiß ich, zu Flüchtlingen in Deutschland, das sind ja alles Themen, die Deutschlerner auch interessieren, die Deutschland auch betreffen. Also es ist eigentlich natürlich, dass wir das machen. Trotzdem muss ich damit rechnen, wenn ich irgendein Thema nehme—zum Beispiel auch Klimawandel—das bei irgendwelchen Leuten aus irgendwelchen Gründen für Ängste oder Irritationen oder sogar Hass sorgt, dann muss ich mir damit, dafür speziell vornehmen, mich darum zu kümmern. Das heißt ich muss… Bei so einer Episode weiß das ganze Team Bescheid: Okay, Sonntag kommt ein Video raus, das wird wahrscheinlich von einigen Menschen problematisch gesehen. Das heißt wir machen dann ganz starke Moderation in den ersten Stunden bei YouTube. Zum Beispiel Hasskommentare direkt löschen, Leute verbannen von unserem YouTube-Kanal, damit überhaupt die anderen Leute—also sag ich mal die, die ihre Meinung normal ausdrücken—überhaupt Lust haben, sich dort zu artikulieren und nicht direkt… Wir hatten zum Beispiel ein Thema: "Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen." Und da sind massiv Menschen in dieses Video gekommen, die nicht normalerweise Easy German gucken, sondern einfach dieses Thema gefunden haben und dann irgendwo geteilt haben. Und plötzlich wurde quasi unser ganzer, unsere ganze Diskussion gehijackt, gekapert—ich weiß gar nicht, wie man das auf Deutsch sagt—von Menschen, die einfach frauenverachtend sind. Und die dann… die haben dann alle Frauen, die dadrunter was gepostet haben… Da war eine echt schöne Diskussion dadrunter. Leute haben geschrieben: "Hey, ich komme aus Peru, hier ist das so." "Hey, ich wohne in Korea, bei uns ist die Gleichberechtigung so." Also wir hatten eine schöne Diskussion. Und dann sind einfach Leute da reingegangen, die das massiv stören wollten und kaputtmachen wollten. Und diese Kultur auf YouTube nervt mich einfach furchtbar. Und ich bin mittlerweile vorsichtig geworden mit politischen Themen oder Themen, die irgendwie anstoßen können und das… Ja, lange… Ich hab jetzt lange darüber geredet, aber das finde ich toll, dass es… im Podcast ist das nicht so. Also ich muss mir keine Sorgen machen, dass irgendwer, jemand, was falsch versteht. Und wenn jemand eine andere Meinung hat, kann er mir gerne eine E-Mail schreiben. Und das ist aber trotzdem viel persönlicher, weil es kommen hier nicht irgendwelche Leute rein, die nur hier sind, um zu stören. Und bei YouTube ist das so.

Manuel:
[1:07:45:1:] Genau. Weil die Hürde auch eine ganz andere ist. Also Leute, die einfach nur stören wollen und irgendwie trollen wollen, die hören sich nicht über eine Stunde Podcast erstmal an und setzen sich dann hin und hinterlassen uns einen Kommentar. Das ist einfach, die Hürde ist zu groß und ja.

Cari:
[1:08:02:1:] Genau. Und das freut mich richtig. Weil hier sind die Leute, die uns jetzt noch zuhören nach einer Stunde, das sind die, die richtig Bock haben. Und die, das sind die, mit denen ich gerne mich unterhalte und die ich dann, von denen ich gerne E-Mails lese, sie beim Meetup treffe. Das finde ich einfach cool. Das ist ein ganz anderer, intensiverer Austausch, als der auf YouTube möglich ist.

Manuel:
[1:08:24:1:] Ja. Das kann ich nur unterschreiben. Das ist einfach schön. Cari!

Cari:
[1:08:29:1:] Ich nicke mit dem Kopf.

Manuel:
[1:08:32:1:] Irgendwann, wenn wir richtig Geld verdienen, machen wir Video, okay? So wie Joe Rogan.

Cari:
[1:08:37:1:] Na gut.

Manuel:
[1:08:39:1:] Dann sieht man dich nicken.

Cari:
[1:08:42:1:] Machen wir!

Manuel:
[1:08:43:1:] Cari, ich wünsche dir schöne Feiertage.

Cari:
[1:08:47:1:] Das wünsche ich dir auch, Manuel.

Manuel:
[1:08:50:1:] Und vielen Dank. Und wir hören uns an Silvester. Wir hören uns noch einmal in diesem Jahr.

Cari:
[1:08:55:1:] Ah das freut mich sehr.

Manuel:
[1:08:57:1:] Bis bald, Cari!

Cari:
[1:08:58:1:] Tschüss!